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Wollen wir unsterblich werden?


(Manfred) #1

Ein zentrales Thema des Transhumanismus ist die Überwindung des Todes oder etwas poetischer ausgedrückt, die „Unsterblichkeit“.

Angeregt unter anderem durch den Beitrag 131 von @dominic zum Thema „Wann werden KI-Roboter schlauer als der Mensch?“

und diesen, den ich auf Twitter erhalten habe

https://www.technologyreview.com/s/610456/a-startup-is-pitching-a-mind-uploading-service-that-is-100-percent-fatal/

finde ich, dass wir dieses Thema in unserem Forum aufgreifen sollten

Also, was kennt ihr an aktuellen Veröffentlichungen dazu; welche Wege sind die derzeit erfolgversprechendsten; wie kann man das Thema in die Öffentlichkeit tragen; ist die Menschheit in ihren derzeitigen Zustand überhaupt „reif“ für eine Unsterblichkeit ; ist nicht der Tod die einzige wirkliche Gerechtigkeit auf Erden und was können die Konsequenzen sein, diese abzuschaffen; … ?


(Bruno Lederer) #2

Ich hatte letztens mal angefangen ein Paper zu dem Thema zu lesen:
brain-emulation-roadmap-report.pdf (2.4 MB)


#3

vor genau einem jahr postet ich dies zum thema:

https://forum.fractalfuture.net/t/alternative-imago-vom-nimbus-der-unsterblichkeit/1812?u=user0&source_topic_id=2589

(Manfred) #4

Vieles, @user0, was du da vor einem Jahr geschrieben hast, kann man nur unterstreichen.

Besonders den Satz: “… denn die vision einer fassbaren greifbaren unsterblichkeit ist realiter das e i n z i g e alleinstellungsmerkmal des transhumanismus, der fels auf dem das ganze gebäude errichtet ist. alles andere ist trivial und wird bereits von allen mitbewerbenden parteien abgegrast.“

Und hier liegt aus meiner Sicht eben das Dilemma: Beim jetzigen Stand von Wissenschaft und Technik ist die Unsterblichkeit keineswegs unmittelbar „fassbar“ und „greifbar“, besonders nicht für potentielle Wähler der TPD.

Zum Beispiel waren die russischen Transhumanisten, von denen ich einige kenne, mit ihrer „2045 Initiative“ schon mal sehr weit, deutlich weiter als wir gegenwärtig

Sie sind für ein „radikale Verlängerung des Lebens“ und für das „Recht auf Unsterblichkeit“ damals sogar auf die Straße gegangen

und gescheitert, was nicht auf irgendwelche “russischen Verhältnisse” zurückzuführen ist. Übrig geblieben ist eigentlich nur die Firma KrioRus, die Leute auf ihren vorherigen Wunsch hin einfriert.

http://kriorus.ru/en

Auch Zoltan Istvan hat bei seiner Kampagne im USA-Präsidentenwahlkampf eigentlich nur die Aufmerksamkeit vor allem älterer Damen auf sich gezogen – was möglicherweise weniger den transhumanistischen Inhalten seiner Auftritte, sondern mehr seinem Aussehen geschuldet war :grinning:

Was ich sagen will ist, dass solche Ideen, wie z.B. die Einrichtung eine „Ministeriums für Langlebigkeit“ (einer deiner Vorschläge) gegenwärtig noch wenig Akzeptanz bei potentiellen Wählern finden werden.

Um den Transhumanismus in Deutschland und Europa trotzdem politisch weiterzubringen, sollten wir keinen Alleingang versuchen, sondern Bündnisse mit ähnlich denkenden Organisationen eingehen.

Außerdem sollten wir, um nun wieder auf das Thema zurückzukommen, laufend auf dem neuesten Stand wissenschaftlich- technischen Entwicklungen sein. Nur mit unmittelbar nachprüfbaren Fakten können wir mit unseren doch für viele Menschen utopisch anmutenden Vorstellungen punkten.

Ja und darum habe ich diesen Thread „Unsterblichkeit“ aufgemacht, um nochmal aktuell alles zusammenzutragen, was es zu diesem “Alleinstellungsmerkmal der transhumanistischen Bewegung” an Fakten und Meinungen gibt.


#5

bitte entschuldige meine begriffsstutzigkeit - aber warum sollte jemand etwas dagegen haben, besser und länger zu leben?

ok, hier kann ich auf den guten alten friedrich wilhelm zurückgreifen:

"Von den Predigern des Todes
Es giebt Prediger des Todes: und die Erde ist voll von Solchen, denen Abkehr gepredigt werden muss vom Leben.

Voll ist die Erde von Überflüssigen, verdorben ist das Leben durch die Viel-zu-Vielen. Möge man sich mit dem »ewigen Leben« aus diesem Leben weglocken!"

"Überall ertönt die Stimme Derer, welche den Tod predigen: und die Erde ist voll von Solchen, welchen der Tod gepredigt werden muss.

Oder »das ewige Leben«: das gilt mir gleich, – wofern sie nur schnell dahinfahren!

Also sprach Zarathustra."

edit: mir ist eingefallen, dass doch jemand etwas dagegen haben könnte: wer zum geier soll die renten bezahlen :open_mouth:


(Steven Bärwolf) #6

Weitere Anregungen:

https://forum.fractalfuture.net/t/live-long-and-prosper/714?source_topic_id=2589

(Steffen Rattay) #7

Keine Renten wenn man immer arbeitstüchtig bleibt. Der ewige Halbtagsjob sollte es machen. Theoretisch ist es ja so, als würde man einfach so weiter machen, wie es ist (also von jemandem meines Alters ausgehend), ohne dann irgendwann zu alt für irgendetwas zu werden. Also wird man gar keine Renten mehr brauchen, das ganze Konzept wird dadurch obsolet.


#8

zumindest so lange, bis man von den zinsen leben kann :smile: