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Heiner Flassbeck (und andere Denker) über die Denkfehler des Neoliberalismus

economics

#1

der typ hier hat einer internationale politische karriere hinter sich. es wird sich hier also wahrscheinlich nicht um “linke stammtisch-parolen” handeln.

Es geht um die Denkfehler des Neoliberalismus. Wenn also die Konsumenten verarmen, stellen wir fest das gilt: “Autos kaufen keine Autos”


#2

auch gut:

das ende des euro kommt angeblich dieses Jahr !!!

edit: macron hat ja gewisse vorschläge eingereicht, was die EU angeht. ich bin gespannt, was daraus wird.


#3

#4

deswegen ja das bge - um das konsumpotential zu erhalten


#5

das BGE ist natürlich ein wichtiger Schritt. Darüberhinaus muß wohl über sinnvolle Regularien für die Wirtschaft nachgedacht werden, insbesondere für die Finanzwelt, also Börsen und Banken.


#6

er ist nicht für ein grundeinkommen. http://www.flassbeck.de/Deutsch/Buecher/Grundeinkommen.html
die argumente würden mich schon interessieren. vielleicht steckt die wichtigste grundannahme im letzten satz: "Aber auch diese Ansätze dürfen nicht isoliert von der großen Frage betrachtet werden, welche Verteilung der Einkommen benötigt wird, damit eine auf Arbeitsteilung aufbauende Wirtschaft die Herausforderungen der Zukunft einschließlich der Frage des Überlebens der Menschheit auf einem begrenzten Planeten bewältigen kann."
viele glauben an den fortbestand der arbeitsteilung und ignorieren die fortschreitende automatisierung.


#7

vielleicht sollten wir ihn anschreiben wegen einer expliziten begründung? Also welche alternativen er überhaupt sieht, wenn die automatisierung kommt?


#8

der will bestimmt, dass man sein buch kauft :frowning:


#9

das wäre natürlich möglich :stuck_out_tongue: vielleicht erst buch lesen und dann anschreiben?


#10

zizek erwähnt die automatisierung auch nicht, als er das BGE kritisiert.

auf automatisierung geht er hier kurz ein:


#11

hier nochmal zur EU. ein ganz aktuelles Thema wieder und wo es sich lohnen würde einen eigene Meinung zu bilden. Macron möchte das Thema ja jetzt anpacken.


#12

den vortrag fand ich auch ganz gut. es geht um die gesamtgesellschaftlichen ausmaße des neoliberalen programms.


#13

hier der autor von postdemokratie, einem bestselsser. collin sagt, der keynsianismus ging mit der arbeiterklasse unter die ihn trug. die dienstleistungsklasse ist politisch nicht organisiert, kann also keinen widerstand leisten. Der neoliberalismus überlebt seine krisen, da die entscheidungsträger der politik sind inzwischen zu eng mit dem neoliberalismus (also mit Banken) verbunden, um sich von dem Modell zu verabschieden. Dadurch das alles “wirtschaftlich effizient” sein muß, sind Politiker quasi gezwungen auf wirtschaftliche Entscheidungsträger zurückzugreifen.

Intressanterweise kann die Idee der Konkurenzidee auch dazu genutzt werden, das die Firmen keine politische Macht bekommen, da sie durch den Konkurenzkampf anderweitig beschäftigt sind. Genau da ist auch die Idee des Monopolverbots einzuordnen. Unter dem Vorwand der internationalen Konkurenzfähigkeit wurden dann diese Vorschriften gelockert.

Die neoliberale Neuerung ist also, dass der Konkurenzkampf mit einem Sieger endet, und am Ende ein Monopol und damit eine konzentriere politische Macht übrig bleibt. Man kann also von einem Wirtschaftskrieg sprechen. Diese konzentrierte Macht wurde genutzt, um Verträge vom Staat zu bekommen, die immer mehr Dienstleistungen privatisierten, auch dann wenn es eigentlich keinen sinnigen Grund hinter der privatisierung gab.

Diese Privatisierung wird dann auch genutzt, um den Sinn einer öffentlichen Dienstleistung langsam aber sicher umzudefinieren, bis nur noch wirtschaftliche Effizienz im Mittelpunkt steht.

Seid der letzten Bankenkrise ist nun ein vermehrtes Intresse “der normalen Menschen” an Politik zu beobachten, auch von Konservativer Seite. Firmen werden vermehrt mit Misstrauen beobachtet. Es wäre also möglich, dass sich in naher Zeit eine politische Reorganisation der Masse stattfindet.

edit: Die neoliberale Hegemonie ist jedoch angreifbar. Ich denke das ist eine sehr wichtige Botschaft.

edit2: möglicherweise ist der nächste größte aufstand aus china zu erwarten oder gar durch den Feminismus, dadurch das es die typischen Geschlechterrollen auch in der Arbeitswelt über den Haufen wirft und redefiniert. So entsteht Konfliktpotential.

edit3: eine sinnvolle möglichkeit firmen anzugreifen, wäre es ihre kunden anzugreifen. Man muß aber aufpassen, siehe astroturfing

edit4: kritische Industrien (Lebensmittel, Öl, Massmedia) müssen dem freien Markt entrissen werden.