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Freiheit durch das Netz - Die Urheberrechtsdiskussion

Einseitigkeit im Urheberrecht

Die Urheberrechtdiskussion wird ungerecht geführt und ein Erhalt dieses Rechts ist längst nicht mehr zeitgemäß. Das Urheberrecht ist auf lange Sicht abzuschaffen. Geistige Inhalte, jedweder Form, die von Menschen freiwillig zur Verfügung gestellt werden und geteilt werden, dürfen weder einen Preis haben und damit vielen vorenthalten werden, noch durch Zensur vorenthalten werden, noch durch Auswahl oder Begünstigung.

Die Grenzen, was Kulturgut ist und was simples Gefasel, sind durch das Internet längst verschwommen und nicht mehr zu ziehen. Verdient eine Kurzgeschichte in einem Blog weniger Anerkennung als eine verlegte und verkaufte? Sind Menschen, die selber Musik komponieren und auf YouTube stellen, weniger Musiker, als bekannte Interpreten? Sind Biografien berühmter Persönlichkeiten wertvoller, als Online-Tagebücher unbekannter Menschen? Fan-Adventure und Games, Zeichentrickfilme und Podcasts auf YouTube weniger unterhaltsam, lehrreich und interessant als Ubisoft, ARD und Entertain?

Bis heute wird mit Kultur, Unterhaltung und Bildung professionell Profit gemacht, obschon freie Inhalte unzähliger Internetnutzer längst die Kulturlandschaft inspiriert und beflügelt haben, ohne dass die Urheber dafür je einen Cent gesehen hätten. Viele gerade uns heute vertraute Konzerne würde es nicht geben ohne die kostenfreie, freiwillige Arbeit aller.
Doch der Umgang mit Information wird einseitig blockiert. Privatleute sollen weiterhin massenhaft Informationen veröffentlichen und werden sogar erpresst, private Angaben von sich unfreiwillig zur Verfügung zu stellen, während Konzerne, die das Internet zu Profitzwecken nutzen, Informationen nur gegen Bezahlung herausgeben. Diese einseitige Haltung ist veraltet und in Zukunft nicht mehr tragbar. Ein weltweites BGE entschädigt alle, die unentlohnt am weltweiten Gemeinschaftsprojekt “Internet” mitarbeiten. Doch erst der kostenfreie Zugang zu allen öffentlichen Informationen kann die Einseitigkeit aufheben und uns endlich im Informationszeitalter ankommen lassen.

Transparenz vs Überwachung

Was sind öffentliche Informationen, was private? Der bis heute praktizierte, menschenrechtsverletzende Umgang mit Informationen hat zu viel Verwirrung geführt. Auch wenn mein Standort und mein Bewegungsprofil durch Smartphones, meine Fitnessdaten durch Fuelband erfassbar sind, mein Kaufprofil durch Kartenzahlung usw. …an diesen Daten gibt es kein öffentliches Interesse! Ebenso wenig wie an privater Emailkorrespondenz oder Telefonaten oder Chats. Und nur weil Konzerne diese Daten gerne hätten, weil sie sie gewinnbringend einsetzen können, haben sie kein Recht darauf. Wer hätte der Post jemals einen Brief anvertraut, wenn klar gewesen wäre, dass alle Briefe gelesen, kopiert und für jeden Kunden archiviert werden? Wie hätte sich die Telekommunikation entwickelt, wenn klar gewesen wäre, dass jedes Gespräch aufgezeichnet wird und ebenso archiviert wird? Technisch machbar war das schon lange. Wäre es jedoch so gewesen, hätten die Anbieter weniger Kunden gehabt und es wären parallel alternative Kommunikationswege entstanden. Das selbe wird mit dem Internet passieren, wenn Menschen das Vertrauen verlieren. Es wird geistig verarmen, wenn wir vor Großkonzernen einen Bückling der Resignation machen. Nur weil es technisch machbar ist, dass jeder Einzelne “gläsern” wird und seine Privatsphäre verliert, dürfen wir nicht davor kapitulieren.

Jedoch ist es von öffentlichem Interesse, was Menschen in Machtpositionen über andere entscheiden. Hier ziehe ich die Grenze zu “Überwachung” und “Transparenz”. “Überwachung” ist ein negativ konnotierter Begriff, der dafür steht, dass allen Menschen in Machtpositionen noch mehr Macht über den einzelnen gegeben wird. Überwachung führt zur Einschüchterung und Anpassung, zur Kontrolle und zur Lenkung und kann zur maximalen Unfreiheit benutzt werden. “Überwachung” nimmt immer den Weg von oben nach unten. Dagegen sollten wir entschieden eintreten, da die Überwachung der Ohnmächtigen durch die Mächtigen, der Freiheit, für die der Transhumanismus steht, widerspricht. “Transparenz” jedoch ist eine Sichtbarmachung von Macht und Entscheidungen, die in öffentlichem Interesse sind. Ein Chef oder ein Politiker darf auch als Privatperson nicht überwacht werden, jedoch müssen seine Handlungen, die er in seiner Funktion für andere ausführt, transparent sein. Wir sind es leider nicht gewohnt, dass es so herum läuft. Wichtige Entscheidungen werden immer noch über viele Köpfe hinweg im Geheimen getroffen, wie aktuell mit TTIP, private Daten jedoch ohne Zustimmung abgegriffen wie mit der Vorratsdatenspeicherung. Für die Zukunft des Informationszeitalters muss es jedoch genau andersherum laufen, wie bisher, ansonsten begraben wir es, bevor es aufblühen konnte.

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Deinem Artikel stimme ich weitgehend inhaltlich zu, bis auf den folgenden Punkt:

Allerdings gibt es durchaus ein wissenschaftliches Interesse an solchen Daten. Man stelle sich nur vor, wie schnell sich Medizin, Ökonomie, Soziologie, und so weiter entwickeln könnten, wenn all diese Daten (wenn auch in anonymisierter Form) frei zugänglich wären! Und sollten wissenschaftliche Interessen nicht auch öffentliche Interessen sein? Big Data und Big Analytics sollten durchaus als Chance angesehen werden, die gesellschaftliche Rationalität zu erhöhen! Vollständige Überwachung oder Transpazenz von jedem wäre dafür gar nicht notwendig.

In der Praxis wird aber die Anonymisierung nicht vollständig machbar sein. Sobald man genügend Daten von einem Individuum gesammelt werden, reichen diese Daten aus, um dieses Individuum hinreichend sicher zu identifizieren. Von daher werden Anonymisierung und Datenschutz eher nur mittelfristig praktisch umsetzbar sein. Langfristig werden wohl praktisch alle Menschen für alle anderen “gläsern” werden. Nur mit recht drakonischen Maßnahmen ließe sich das verhindern. Die Frage ist, ob wir diese drakonischen Maßnahmen erdulden wollen. Für die meisten Menschen wäre die Antwort wohl “nein”. Was ist aber mit den anderen? Werden diese ihre Subgesellschaften bilden (müssen)? Anzunehmen wäre es. Schon heute sind die Menschen, die ernsthaft Datenschutz und Informationssicherheit betreiben in der klaren Minderheit.

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gut, da hast du recht. aus wissenschaftlicher perspektive könnte man natürlich mit “öffentlichem interesse” argumentieren. damit kann man aber noch längst keine rechtfertigung für das abgreifen von daten aus profitinteressen ableiten.

also von technischer machbarkeit sollten wir wohl nicht reden. wir hoffen doch sogar, dass technik den menschen unsterblich machen wird, dann werden wir wohl kaum vor einer technischen machbarkeit für privatsphäre und selbstbestimmung kapitulieren. nein, worum es hier geht, ist das, was einige wenige wollen, die jedoch über genügend macht verfügen und das, was eben viele nicht wollen. [quote=“Radivis, post:2, topic:1816”]
Schon heute sind die Menschen, die ernsthaft Datenschutz und Informationssicherheit betreiben in der klaren Minderheit.
[/quote]

das halte ich für eine unbewiesene behauptung, bzw. man sollte unterscheiden, ob sie es aufgrund von unwissenheit nicht tun, dennoch aber wollen würden, wenn es auf einfache weise möglich wäre. worauf ich aber eigentlich mit dem artikel aufmerksam machen wollte, war die bigotterie: über das urheberrecht schützen wir daten, die wissen und kulturelle teilhabe ermöglichen und vergrößern würden, wenn sie frei wären. es wurde viel geld investiert, um zu verhindern, dass der normale user sie einfach abgreifen kann. genau jener normale user aber, dem mittels kopierschutz, “tut uns leid, dieses video ist in deinem land nicht verfügbar” oder überteuerten kindle books usw. der zugang zu content erschwert wird, soll nun rein gar kein urheberrecht an seinem eigenen content haben, ja noch nicht einmal an daten, die er gar nicht freiwillig veröffentlicht hat. das ist kein technikproblem, sondern eine einseitige profitpolitik. wenn informationen “frei” sein sollen, dann muss das für alle gleichermaßen gelten, dann ist niemand mehr geschützt aber auch nichts mehr kopiergeschützt. wenn nicht, dann müsste auch jeder internetnutzer geld für die inhalte bekommen, die er ins netz stellt und für die daten, die über ihn gesammelt werden. das sind die beiden möglichkeiten, um die längst nicht mehr zeitgemäße einseitigkeit aufzuheben. oder wir überlegen uns von grund auf, ob es eine dritte möglichkeit geben könnte, die für viel mehr leute nützlicher sein könnte, als nur für einige wenige, wie es heute der fall ist. das heißt: für mich ist dies alles keine frage der machbarkeit, sondern eine frage nach dem, was wir wollen und was nicht.

Ich denke, die Demokratisierung des Wissens lässt sich tatsächlich nur durch einen freien Fluss aller Informationen bewerkstelligen. D.h. auf lange Sicht muss das klassische Urheberrecht weichen sowie die Sphäre privater Daten aufgehoben werden. Dies lässt sich jedoch ausschließlich in einer Gesellschaft bewerkstelligen, welche auf einem anderen Wirtschaftsmodell aufbaut. Wenn das Überleben nicht mehr von der Erwerbsarbeit abhängt, bedarf es keiner Einkünfte durch urheberrechtlich geschützte Inhalte mehr. Kreativität wird von wirtschaftlichen Zwängen befreit.
In unserem derzeitigen kapitalistischen System bedarf es dessen aber vorerst noch, will man das Überleben kreativer Menschen auch weiterhin ermöglichen. Auch muss in diesem die Privatsphäre des Bürgers vor den Übergriffen der Wirtschaft geschützt werden.
Um einen Wandel herbei zu führen, müsste man den Großkonzernen zunächst ihre Gewalt über den Informationsfluss entreißen. Die entscheidende Frage ist, wie man dies bewerkstelligen kann. Theoretisch könnte die Gesellschaft durch ihr Konsumverhalten Einfluss nehmen. Doch in der Praxis hat der einfache Bürger weder Verständnis noch Interesse an derlei Dingen.
Muss man also bei großflächiger Umerziehung der Bürger ansetzen? Oder sollte man die Wirtschaft direkt mit politischen Mitteln einschränken? :wondering:

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Richtig. Da sehe ich auch den wichtigsten Ansatz für Veränderung: In dem Bewußtsein aller. Und das geht noch über mangelndes Interesse und Verständnis hinaus: Es geht auch darum, was die Menschen als gegeben akzeptieren, oder eben nicht mehr mit sich machen lassen möchten. Wer vor “den Mächtigen” resigniert, wird auch sein Konsumverhalten nicht ändern. Wenn aber immer mehr Menschen das Bewußtsein entwickeln, dass sie Opfer einer Doppelmoral sind, wenn sie respektieren, dass Wissen und Kultur ihnen nicht frei zur Verfügung steht, sie aber im Gegenzug kein Urheberrecht auf persönliche Daten und ihren veröffentlichten Content geltend machen dürfen, werden sie durch ihr verändertes Konsumverhalten Einfluß nehmen, der die fehlerhafte Richtung wieder korrigieren kann.
Unser Bewußtsein ist noch nicht im digitalen Zeitalter und auch noch nicht im Informationszeitalter angekommen. Längst sind viele Waren, mit denen früher gehandelt wurde, zu Daten geworden, die einfach frei verteilt werden können und andererseits sind Daten zu Waren geworden. Vieles wird noch chaotisch gehandhabt und zum Schutz alter Besitzverhältnisse einseitig blockiert. Sobald uns klar wird, dass wir den uns vertrauten Handel mit Geld und Waren zunehmend zugunsten eines Handels mit Daten verlassen, werden sich auch wirtschaftliche Strukturen den neuen Bedürfnissen der Menschen anpassen. Falls wir wirklich irgendwann einen Replikator erfinden sollten, werden wir nur noch mit Energie handeln. Aber auch da wird das Bewußtsein der Menschen der technischen Entwicklung vermutlich zunächst hinterherhinken und in der Übergangszeit Chaos verursachen…

Das, was teilweise gefordert wird, ist aber genauso eine “Doppelmoral”. Es kann nicht funktionieren, dass alle Inhalte, alles Wissen und alle Werke von allen anderen Menschen “frei” sein sollen und gleichzeitig der absolute Schutz der persönlichen Privatsphäre aufrecht erhalten werden soll. Bedenkt man neue und künftige technologische Möglichkeiten, so wird der zunehmende Verlust von Privatsphäre bzw. die Einschränkung der “Rechte an personenbezogenen Daten” sowieso offensichtlich, was ja auch @mam immer wieder betont. Wo soll die Grenze sein? Was sollen schützenswerte “private Daten” sein (die sich allerdings nicht wirklich schützen lassen) und was sollen Informationen sein, die für das Gemeinwohl genutzt werden bzw. frei zugänglich sein sollen? Insofern ist, denke ich, tatsächlich eher das der Weg:

Wobei auch die Aussage “auf lange Sicht” betont werden muss. Aktuell wollen die meisten Menschen nicht alle persönliche Daten von sich frei zugänglich machen. Auch dient momentan ein gewisses Urheber- und Patentrecht dem Fortschritt. Ansonsten entscheiden natürlich die Menschen durch ihr Verhalten, welche Entwicklung (auch im Bereich Datenschutz usw.) befördert wird. Sicherlich ist es wie fast immer auch eine Frage von “Schaden und Nutzen”: Was ist man bereit, für eine gewisse “Leistung” zu “bezahlen”? Jeder muss für sich persönlich entscheiden, ob er gewisse Angebote von Unternehmen annimmt. Und wenn es keine passenden Angebote gibt, dann steht es jedem frei, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Es ist leicht, über andere zu schimpfen; aber bekommt man es selbst besser hin? Es gilt also, nicht zu jammern, sondern selbst was zu tun.

Abschließend möchte ich, in Anbetracht des zunehmenden Verlusts von Privatshäre, auch noch die Hoffnung betonen, dass mit immer mehr zugänglichen privaten Daten auch die Chancen steigen, dass Vielfalt und “Andersartigkeit” ganz normal wird und jeder, so wie er ist, akzeptiert wird. Schließlich hat jeder “Fehler” (die ja letztendlich freilich oft gar keine “Fehler” sind) oder “Geheimnisse”. Erst, wenn offensichtlich wird, dass jeder “unnormal”, jeder “anders” ist (was oft erst durch den Verlust von Privatsphäre so richtig klar wird), wird die Tür für ein völlig neues menschliches Miteinander geöffnet, wo einem ganz persönliche individuelle Meinungen/Neigungen/Interessen/Fähigkeiten/Erlebnisse/Handlungen usw. nicht mehr “peinlich” sein müssen (außerdem würde sich auch keiner mehr für gewisse “Peinlichkeiten” anderer interessieren, wenn bekannt wäre, dass das Gleiche auch auf sehr viele andere Menschen zutrifft). Zwar ist man natürlich nicht immer unbedingt stolz auf persönliche Dinge oder auch das frühere Ich, aber das ist ja bei den meisten Menschen auch nicht anders. Wichtiger ist dann schon eher der Wille zur Weiterentwicklung. Aber letztendlich spielt das alles nicht so die Rolle. Die Menschheit ist das geworden, was sie ist, aufgrund ihrer großen Vielfalt und ihrer Flexibilität. Und ich denke, diese Vielfalt kann auch in Zukunft eine Chance sein, auf dem Weg zur “Vervollkommnung”.

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Wo ist da die Doppelmoral, wenn ich das ganze Wissen der Welt und die digitalisierbaren kulturellen Errungenschaften der Menschheit frei zur Verfügung habe und mich dadurch fortbilden kann? Doppelmoral wäre es erst dann, wenn ich dir dafür, dass du hier meine jetzt schon qualitativ hochwertigen Argumente :sunglasses: in Forenbeitragsform lesen kannst, 1 Euro abknöpfen würde, wenn alles andere hingegen für mich frei wäre. Dies würde ich jedoch nicht tun. Und mit dem Zugriff auf das Wissen der Welt könnten meine Beiträge noch hochwertiger sein. Was ist daran Doppelmoral, wenn ich der Welt nicht meine privaten, persönlichsten und intimsten Geheimnisse und Angriffspunkte präsentieren will und mich nicht vor ihr ausziehen will, wenn ich im Gegenzug auch gar nicht von ihr verlange, sich auszuziehen? …sondern nur auf das Wissen zugreifen will, was andere ohnehin schon für die Öffentlichkeit bestimmt hatten durch Publikationen?

Was ist deine Vision?

Meine Vision ist ein Internet, das alle Fragen beantworten kann, die die Menschheit je beantwortet hat, ein Internet, das die Weltbibliothek allen frei zur Verfügung stellt und niemanden von den digitalisierbaren, kulturellen Errungenschaften des Menschen wie Musik, Kunst, Literatur, Filme, Spiele und Programme durch monetäre Hürden abschneidet.
Meine Vision ist eine kulturell und intellektuell fortschrittliche Welt, die mit Hilfe von Technik und Einsicht die Monopole auf Wissen und Kultur vollständig abgebaut hat. Eine Welt, in der es jeder, der eine Idee hat, wagen kann, ein Unternehmen zu gründen, weil er kaum Startkapital braucht, da ihm das nötige Wissen und auch die notwendige professionelle Software frei zur Verfügung gestellt wird und er beim Scheitern des Unternehmens nicht in eine Schuldenfalle fällt und er schnell wieder aufstehen kann.
Meine Vision ist eine Welt, in der das Gemeinschaftsprojekt “Internet”, welches erst durch die freien Inhalte aller entstanden ist, zu dem besten Internet wird, was menschenmöglich ist: Dass es weder als Instrument für Voyeurismus, noch für Exhibitionismus missbraucht wird, weder ein Instrument zur Kontrolle, noch zur Erpressung des Menschen wird, sondern eine Schnittstelle zum Austausch von Wissen und Kultur, von der jeder Einzelne profitiert und in das sich jeder Einzelne einbringen kann.

Ich will, dass die Menschen darüber aufgeklärt werden, dass das Urheberrecht nicht dazu da ist, den armen Künstler vor Obdachlosigkeit zu schützen, sondern große Unternehmen als Rechteinhaber, die auch noch Jahrzehnte nach dem Tod eines Menschen, der einst ein Werk geschaffen hat, Nutznießer dieser Leistung sind und leistungslose Einkommen darüber beziehen.

Längst gibt es unzählige Künstler, Musiker und Contentschaffende, die gegen das Urheberrecht sind und ihre Werke frei zur Verfügung stellen:

Was ich natürlich auch tun werde, sobald meine Romane fertig sind und in eine präsentable Form gebracht wurden. Hier mal ein Zitat aus Wikipedia ( freie Arbeit vieler an einer frei verfügbaren, oft und gerne zitierten Enzyklopädie) im Artikel "GEMA"


Ich bin zwar stets für die dialektische Erörterung eines Themas, aber sollte ich in diesem Fall gefragt werden, welche Haltung ich als fortschrittlicher beurteilen würde, die von Doctorow oder die von Kreile, würde mir das Urteil erschreckend leicht fallen. Können wir in dieser Debatte das Argument “Fortschritt” überhaupt noch für beide Seiten vertreten? Oder brauchen wir andere Kriterien, mit denen die Urheberrechtsschützer verteidigt werden können, und wenn ja, welche? Gerechtigkeit? Die Gerechtigkeitsdebatte zum Thema Urheberrecht kann m.E. nur auf Augenhöhe geführt werden, wenn ebenso alle freien Contentschaffenden im Internet beispielsweise durch das Bedingungslose Grundeinkommen vergütet werden. Andere mögliche Herangehensweisen wären beispielsweise Fragen grundsätzlicher Natur:
Müssen wir das Werk eines Menschen so weit schützen, dass sogar ein einziges Werk ausreichen kann, um für den Rest seines Lebens leistungslose Einkommen zu beziehen ohne dabei als Sozialschmarotzer zu gelten, wie es allen anderen ergeht, die leistungslose Einkommen beziehen und zufällig nicht reich sind? Müssten wir nicht gerechterweise alle Urheber der frei verfügbaren Wissensressourcen, die der Erschaffer des Werkes verwendet und genutzt hat, um sein Werk zu erstellen, von den kommerziellen Einnahmen, die damit erzielt werden, ebenso entlohnen?

Auf das Thema “Privatsphäre” werde ich dann noch näher im geschlossenen TPD -Bereich eingehen :sunglasses:

Das ist insbesondere im Kontext dieser Aussage zu sehen:

Erst einmal ist die Grenze fraglich und sicherlich dynamisch. Und dann kommt bezüglich “Doppelmoral” das ins Spiel, was @mam gesagt hatte, dass wir nicht Nutznießer und Verweigerer von bestimmten Dingen sein können/sollten …

Na, das will ich auch. Ich muss aber auch sehen, dass das aus ganz praktischen Gründen noch nicht möglich ist. Viele Menschen sehen nur das Produkt und nicht den Weg dorthin.
Um beispielsweise gute Musik zu machen, braucht man eine Musikausbildung. Man muss Singen lernen und/oder ein Instrument lernen. Das kostet viel Geld und viel Zeit. Dann brauch man entsprechende Instrumente und technische Ausstattung (Mikrofon, Keyboard, Kabel, Computer, usw.). Das kostet wieder viel Geld. Wo soll das Geld dafür herkommen?
Oder nehmen wir eine akademische Ausbildung, beispielsweise eine Ausbildung zum Arzt oder Lehrer. Das kostet ebenfalls viel Geld, macht viel Arbeit und kostet und viel Zeit. Andere Menschen verlassen mit 15 Jahren die Schule und machen einfache Tätigkeiten. Andere Menschen besuchen 11 Jahre länger eine Bildungseinrichtung und sind danach eben Arzt oder Lehrer; aber in dieser Zeit haben sie nichts (oder kaum etwas) verdient. Der Arzt oder Lehrer muss erst einmal über 10 Jahre arbeiten, bevor er insgesamt genauso viel verdient hat wie der, der mit 15 Jahren die Schule verlassen hat. Das bedenken viele nicht, die neidisch sind auf hohe Einkommen.
Kostenloser Zugang zu “kulturellen Errungenschaften” ist schnell gefordert, aber praktisch geht das eben nicht. Von was sollen denn die “Kulturschaffenden” leben? Und auch mit einem BGE müssen die Menschen, die viele nützliche Dinge für andere machen mehr bekommen als welche, die außer Konsum nicht wirklich etwas zur Gesellschaft beitragen.
Dass das aktuelle Urheberrecht/Patentrecht übertrieben und unzeitgemäß ist und den Fortschritt eher verlangsamt, ist schon recht klar. Aber kein Urheberrecht/Patentrecht würde aktuell den Fortschritt auch verlangsamen.

Das ist eben (noch) nicht finanzierbar. Diese Vision kann man haben, aber bis auf Weiteres ist diese nicht umsetzbar. Wenn jeder, der sagt “ich will Musik machen” eine professionelle Ausrüstung und Ausbildung kostenlos bekommt, dann muss das irgendwie von anderen finanziert werden. Und selbst wenn man das alles kostenlos bekommen würde, braucht man Ressourcen, um z. B. ein Keyboard herzustellen. Die Verschwendung würde extrem steigen, wenn jeder alles kostenlos haben könnte. Am Ende hätten 50% der Menschen ein Keyboard ungenutzt in irgendeiner Ecke rumstehen.

Es gibt natürlich Dinge, die Menschen tun, weil es ihnen Spaß macht oder sonst irgendwie “Erfüllung” bringt, z. B. an Wikipedia mitzuarbeiten. Das ist eben dann kostenlos. Aber alles das, was Menschen nicht einfach so freiwillig machen, kostet eben Geld bzw. entsprechende Menschen wollen eben dann eine Gegenleistung dafür haben. Als TPD wollen wir natürlich auch das BGE, damit die Menschen mehr Möglichkeiten haben, ihre Fähigkeiten kostenlos anzubieten, aber es wird noch lange Zeit notwendige bzw. nachgefragte Leistungen/Tätigkeiten geben, die eben von Menschen nicht ganz einfach so kostenlos gemacht wird.

Na, das würde ja dann z. B. durch ein BGE geschehen. Ansonsten findet ja eine Entlohnung statt, wenn die Musikausbildung beispielsweise eben Geld kostet. Und bei genutzen Tätigkeiten, die andere Menschen freiwillig/kostenlos machen, gilt dann, dass die Entlohnung dann eben die Reputation ist, oder eben der Spaß, den die angebotene Tätigkeit gemacht hat. Alles Weitere regeln dann Angebot und Nachfrage. Computerspiele machen eben Vielen Spaß; Aufnahmen vom eigenen Spiel dann ins Internet zu stellen ist dann keine große Kunst. Man wird in der Regel nicht erwarten können, dass man dafür viel Geld bekommt … Und bei eigenen Werken kann man ja frei selber entscheiden, unter welcher Lizenz das Werk veröffentlicht wird. Wenn man sein Werk gemeinfrei macht, dann muss man eben damit rechnen, dass andere dies kommerziell nutzen. Wenn man das nicht möchte, muss man eben eine geeignete Lizenz wählen …

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Die Frage: Was ist Kunst und was ist wertvoll, was ist wertlos ist sehr schwere Definition. Ist es nicht genug für einen Künstler, wenn man genug “gefällt mir” Klicks bekommt und damit bekannt wird.

Wird es bis zur Star Trek Gesellschaft wirklich so lang dauern, oder wird die globale BGE Einführung dies mit Hyperantrieb beschleunigen.

“Star Trek Gesellschaft
Wo keine Knappheit herrscht, dort bildet sich kein Preis. Wo Dinge kostenlos verfügbar sind, braucht man kein Geld, um für den täglichen Konsum aufzukommen. Die Menschen arbeiten nicht mehr für die Befriedigung ihrer physiologischen Grundbedürfnisse, sondern die Arbeit dient nunmehr der Befriedigung höherwertiger Bedürfnisse, wie jenen nach Sicherheit, Zugehörigkeit, Wertschätzung und Selbstverwirklichung.
Bedingungsloses Grundeinkommen
Anstelle der Replikatoren übernehmen Roboter sämtliche Arbeiten, die zur Herstellung der Güter des täglichen Bedarfs notwendig sind. Hierdurch werden die Menschen zunehmend arbeitslos. Um die hergestellten Produkte dennoch unter die Leute zu bringen und um einer resultierenden Massenarbeitslosigkeit zu begegnen, erhalten die Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen, das der Befriedigung der physiologischen Grundbedürfnisse, also des Existenzminimums, genügt. Eine Bedürftigkeitsprüfung, wie aktuell nach Arbeitslosengeld II, findet nicht mehr statt, sodass den Menschen auch bewusst eine Tätigkeit außerhalb der Erwerbsarbeit ermöglicht wird. Finanziert wird das Ganze durch eine Robotersteuer, also eine Steuer wahlweise auf die Wertschöpfung oder auf das Eigentum von Robotern.”

BGE = Freiheit, Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Wohlstand für alle.
Wie entsteht das Geld: Durch Güter und Dienstleistungen.
Heute hat es wesentlich mehr Angebot, als dem Nachfrage, Kaufkraft gegenübersteht. Man erkennt dies an der endlosen Werbung bis zum Abwinken.
Herr Götz W. Werner beschreibt die Finanzierung aus diesen Grund als erledigt.
Das BGE wird Angebot und Nachfrage wieder in die Balance bringen und die zyklischen Wirtschaftskrisen die nichts weiter als Nachfragekrisen sind überwinden.

Die Höhe des BGE sollte dem heutigen hohen Angebot angepasst werden.
Mit hohen BGE von 1500 Euro, kann jeder seine besonderen Fähigkeiten fördern.
Die Gesellschaft profitiert unendlich mehr davon wenn 10 mal mehr in Wissenschaft und Forschung tätig sind, als wenn man Menschen durch ALG2 zu ABM zwingt.
Wir verdenken unsere heutige hohe Produktivität allein dem Wissen und technischen Möglichkeiten. Darum sollte die Politik alles unternehmen das Wissen zu vervielfachen.

Wenn Menschen gezwungen werden etwas zu tun das sie gar nicht wollen, das sie als sinnlose ABM ansehen, dann gibt es Ablehnung und es entsteht Hass. Dies kostet der Gesellschaft viel mehr als was die Niedriglohnarbeit einbringt. Guten Beispiel Ostdeutschland, wo Nichtarbeit ein Straftatbestand war. Alle wurden zur Niedriglohnarbeit gezwungen und die beste Sabotage des Arbeitsprozesses, der oft zum Stillstand der Fließbänder führte, wurde von allen gefeiert. Das Ende ist bekannt, man lernt aber nie aus der Geschichte.

In Westdeutschland gab es den halben Sozialhilfesatz auch im Ausland, das waren 120 Euro die ein Florida Rolf im Land der Träume erhielt, heute wären es 204,50 Euro. Dieses kleine BGE im Ausland musste 2005 weg, den Menschen in Deutschland geht es darum aber heute überhaupt nicht besser. Man hat keine Alternative mehr im Ausland und muss jeden noch so schlechten Job auch mit Mobbing nachgehen.

Was wäre denn gewesen, hätte man im August 1914 allen EU-Bürgern ein BGE gewährt, statt sich zu bekämpfen. Das wäre doch viel billiger gewesen als der Weltkrieg, der nur neue Probleme brachte die bis heute wirken und Unsummen kosten. Wir wären mit BGE Lichtjahre in Wissenschaft und Forschung weiter. Wären längst auf den Mars und hätte die Gründe der Alterung gefunden und könnten diese rückgängig machen. Davon hätten alle etwas, statt nur dumpfer Neid auf alle die es besser haben.

Lebe selber von kleinen BGE einer 300 Euro SED-Opferrente in Malaysia/Thailand habe dabei sogar mehr als der besagte Florida Rolf. Wäre es nicht an der Zeit, des BGE umzusetzen, eins wie in Finnland was billiger kommt als das heutige fordern und fördern mit endloser Bürokratie eines Hartz4!

Bisher hat keine Partei das BGE nach Herrn Werner im Programm, selbst die neue Ein Thema BGE-Partei hat überhaupt kein Modell, weil sich alle eh sehr ähneln.
Als Zukunft-Partei sollten wir das BGE-Modell nach Herrn Werner ins Programm haben um auch Herrn Werner die Möglichkeit zu geben unsere Partei als Werbung zu nutzen, was unsere Bekanntheit steigert.

Warum sollen wir die Mega Unternehmen der neuen Ökonomie der USA nicht vorbehaltlos unterstützen. Deren Chefs sind sogar Transhumanisten. Das die KI sehr viele private Daten zur Entwicklung braucht, dies sollten wir positiv sehen und Menschen die davor Angst haben über den wirklichen Grund aufklären.

Hier in Asien sieht man alles viel lockerer, hat kostenfreien Internetzugang, Abmahnungen sind hier unbekannt, es hat keine Vorbehalte gegen Google und Co.

Wir sollten besser die Kleingeister in Europa und Deutschland anprangern und vor allem die Abmahnkriminalität genau so bezeichnen. Wer einer Oma, welche ein Katzenfoto geteilt hat, mit Abmahnung und Gericht kommt, der steht auf einer noch niederen Stufe, als ein Handtaschendieb der einer Oma die Handtasche raubt.

Freies Recht auf Information und Daten als Menschenrecht.

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:wink:

In der heutigen Zeit wird das Urheberrecht verwendet, um Künstliche Knappheit zu erzeugen. Unterhaltungsmedien lassen sich beliebig zu Null-Grenzkosten replizieren, mit einem Klick auf “Download” werden die Dateien aus dem Nichts erzeugt, ohne das es einen Arbeitsaufwand erzeugt, Ressourcen (außer minimal Strom) verbraucht oder jemandem etwas weggenommen wird, also verbietet man es einfach, um so den Interessen der Entertainment-Industrie gerecht zu werden. Einigen würden am liebsten dem Internet und damit unabhängigen unentgeltlichen Künstler ganz den Garaus machen, um Konkurrenz auszuschalten. Mehr Einnahmen bei weniger notwendiger Qualität.

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Die (“mutmaßlichen”) Betreiber von Kino x . to (der legalen Alternative zum verbotenen normalen Kino… äh ich meine andersrum ;D ) wurden im Kosovo verhaftet.

Bald müssen Millionen Nutzer ein paar Minuten Zeit investieren, um nach einer neuen unauthorisierten, mit Werbung und Abzocke überfrachteten, Streamingseite zu suchen. :wink:

Ob es diesmal ein paar User “Post” bekommen? Schon als kino . to abgeschaltet wurde, drohte man damit, die Nutzer zu verfolgen, was dann aber doch nicht gemacht wurde. Soweit ich mich erinnere, nutzten damals fünf Millionen Personen die Seite. In Deutschland stand sie auf Platz 27 der am häufigsten besuchten Webseiten. Dann wären bestimmt alle Gerichte für mehrere Jahre nur damit beschäftigt gewesen. Der Nachfolger mit dem X steht mWn nach auf Platz 58.