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Die Skepsis der Umweltbewegung gegenüber technischen Entwicklungen


#1

Aufgrund der negativen Erfahrungen, insbesondere mit der Atomkraft, sind weite teile der linken die nur irgendwie lose etwas mit umweltschutz zu tun haben, extrem skeptisch gegenüber technischen neurungen wie sie der transhumanismus vorschlägt.

wir müssen uns gute strategien überlegen, wie wir uns mit der umweltbewegung verbünden. ich habe nun mehrmals die erfahrung gemacht auf erbitterte wortgefechte zu stoßen, wenn ich einem umweltschützer erkläre was transhumanismus bedeutet. den menschen mit technischen möglichkeiten erweitern, da gehen die alarmglocken an.

inzwischen bin ich dazu übergegangen, einfach zu sagen, ich sei in der startrekpartei.


(Michael Hrenka) #2

Amon Twyman, einer der Gründer der Transhumanist Party UK bezeichnet die Umweltpolitik der Partei als “bright green”, also Umweltschutz ja, aber bitte mit fortschrittlichster Technologie und Geoengineering nach vorne, statt per “back to nature” nach hinten.

Wieso sollten wir uns mit der Umweltbewegung “verbünden”? Welchen strategischen Vorteil hätten wir davon? Was hätte die Zukunft der Erde davon?

Ich fasse den Transhumanismus inzwischen gernde als Anstreben einer “Mensch Technologie Symbiose” zusammen. Man könnte das auch auf eine “Natur Technologie Symbiose” ausdehnen. Keine Ahnung, ob man damit wirklich irgendwo punkten kann, aber wenn ich ehrlich bin, erzähle ich auch gerne von meinen Ideen zur KI-gesteuerten Optimierung und Gamifizierung der Biosphäre, egal wie strange das rüberkommt. Hauptsache die Idee wird in Umlauf gebracht.


(Steven Bärwolf) #3

Ich fasse den Transhumanismus inzwischen gernde als Anstreben einer “Mensch Technologie Symbiose” zusammen. Man könnte das auch auf eine “Natur Technologie Symbiose” ausdehnen.

… Da nach enger Definition die Menschen bei “Natur” ausgeschlossen sind, vielleicht “Leben-Technologie-Symbiose”? …
Meine Bedenken bezüglich der Formulierung “Technologie-Symbiose” bleiben allerdings noch bestehen, schon alleine aufgrund der Definition von “Symbiose” … :slight_smile:
… Könnte man vielleicht besser den Begriff “Synergie” bzw. “Synergetik” verwenden? … Hm, aber trotzdem wird das dann (immer noch) nicht dem ganzen Transhumanismus gerecht …


(Michael Hrenka) #4

Nicht schlecht. Aber irgendwie legt das nahe, dass Technologie und Leben zwei komplett disjunkte Dinge sind. Das sehe ich anders, aber vielleicht bin ich da auch allein auf weiter Strecke.

“Synergie” hört sich zu sehr nach Manager-/Unternehmensberater-Gefasel an (leider). Und “Synergie” ist wohl noch weniger verständlich als “Symbiose”.


#5

es wäre hilfreich, da konkretere informationen zu haben. ich sehe den transhumanismus nicht unvereinbar mit umweltschutz, sollte er das sein, bzw. sollten das einige transhumanisten sein, wäre das imbezil und nicht rational und wissenschaftlich. [quote=“Radivis, post:2, topic:1504”]
Umweltpolitik der Partei als “bright green”, also Umweltschutz ja, aber bitte mit fortschrittlichster Technologie und Geoengineering nach vorne, statt per “back to nature” nach hinten.
[/quote]

ich verstehe die künstliche dichotomie nicht wirklich. wenn “back to nature” nicht mehr als plumper technologieverzicht bedeuten sollte, ok, dann wäre es panne. doch ich denke gerade dass neue technologien mehr zum umweltschutz beitragen und auch weniger ressourcen verschlingen, als alte technologien. insofern sind umweltschutz und transhumanismus keine widersprüche. [quote=“Radivis, post:2, topic:1504”]
Wieso sollten wir uns mit der Umweltbewegung “verbünden”? Welchen strategischen Vorteil hätten wir davon? Was hätte die Zukunft der Erde davon?
[/quote]

wir sollten uns optimalerwiese mit jedem verbünden und jeden auf unsere seite bekommen, der im sinne hat, mittels vernunft eine bessere zukunft zu schaffen. wenn die TPD es schafft, wissenschaftlich fundiert die besten forderungen sämtlicher parteien und bewegungen zu vereinen, sollte sie irgendwann jeden überzeugen können.
die umweltbewegung war notwendig und ihre ziele sind noch nicht vollständig erreicht, ergo sollte eine rationale partei das mit im programm haben. [quote=“Radivis, post:2, topic:1504”]
Ich fasse den Transhumanismus inzwischen gernde als Anstreben einer “Mensch Technologie Symbiose” zusammen.
[/quote]

ich finde den begriff “symbiose” in dem kontext unglücklich. symbiose bedeutet, dass mindestens zwei verschiedene individuen etwas von ihrem zusammenleben haben. solange technik jedoch nicht lebt, hat sie nichts davon, wenn der mensch sie nutzt. sollte es jemals lebendige wesen technologischer genese geben, so wäre der begriff “technologie” für sie herabwürdigend ( vergleichbar, als würde man uns als “kompost” oder “organisches material” bezeichnen) und wir müssten uns neue begriffe für diese wesen überlegen. solche wesen könnten natürlich mit dem menschen eine symbiose eingehen.


#6

schön das ihr das thema aufgegriffen habt!

in der tat ist der symbiose begriff problematisch, obgleich ich symbiose privat als sehr erstrebenswert empfinde, reagieren leider viele menschen mit extremen vorurteilen.

ähnlich wie in meinem thelema und transhumanismus artikel versuche ich ihnen dann zu erklären, dass es um Selbstverantwortung geht - also zb anstatt bei problematischen technologien wie drogen in eine verbotsmentalität zu verfallen, oder diese vollkommen unkritisch in den himmel zu loben, versuchen wir aufklärung zu betreiben, so dass die konsumenten besser entscheiden können.

ähnlich auch mit körpererweiterung usw. wir sind also nicht bloß eine pro-techno partei, sondern versuchen technologien kritisch zu untersuchen und das möglichst objektiv.


(Steven Bärwolf) #7

Symbiose, Synergie …

Was ist mit “Synthese”? :slight_smile:


(Bastian Braun) #8

Was ist mit “Synthese”? :slight_smile:

Find ich auch ganz gut… ich wollte mir schon seit Jahren das subreddit “synthesis” krallen - aber der Mod möchte leider das aktuell tote Reddit nicht weitergeben :wink:

Mensch-Technology-Symbiose
Bio-Technologie-Symbiose
Techno-Biological Synthesis
Technobiologische Synthese…

Zum Umweltthema: Ich denke ohne technischen Fortschritt sind die massiven Probleme der Energiewirtschaft und Klimawissenschaft (endliche, fossile und somit erderwärmende Energieträger) nicht zu lösen. Zusätzlich kann nur Technologie Kreislaufwirtschaft voranbringen, indem “Abfall” (eigentlich “Wertstoff am falschen Ort”) besser getrennt und effizient weiterverwertet / wiederverwendet etc. wird. Ausserdem lassen sich nur mit Technologie Auswirkungen von anderen Technologien richtig quantifizieren und messbar machen. Ökologische Bilanzierung von Systemen muss hierbei ein wichtiger Bestandteil sein im politischen Diskurs um auf dieser Grundlage nachhaltige Entscheidungen zu treffen.