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Die Macht der alten Meme


#1

auch wenn das hier nur ein populäres käseblättchen ist, dieser artikel sprach mir aus der seele:

macht und geld ( was das selbe ist) sind alt. immer, wo es die entscheidung gibt, etwas neues zu versuchen oder alles beim alten zu belassen, haben alte das letzte wort. dies ist neben der geldgeilheit und dem lobbyismus der alten mit ein grund, warum fortschritt so zäh abläuft…oder gar wieder rückgängig gemacht wird. und da wo mal jüngere tatsächlich am ruder sitzen, haben sie nichts besseres im sinn, als den alten nachzueifern. frei nach der hidden agenda: “ich will meine eltern stolz auf mich machen”. es wäre schon viel gewonnen, wenn menschen einfach nur das motiv hätten: “ich will meinen eltern den größten mindfuck ihres lebens verpassen”, ihnen beweisen, dass ihre werte veraltet sind und niemanden glücklich machen. noch besser jedoch wäre es, wenn menschen sich klarmachten, wie viel von den konservativen werten und memen sie bereits von den alten übernommen haben und den mut aufbringen könnten, diese zu hinterfragen, zu dekonstruieren und dann endlich aus ihrem geist auszumisten:

was ist wirklich neu und fortschrittlich und was ist lediglich das alte in einer anderen geschmacksrichtung?


(Steffen Hannemann) #2

Bin selber Jahrgang 1961, mein Sohn 1988 wird etwa in Deinem Alter sein. Dennoch gefällt mir super was Du schreibst und Du hast Recht. Was mich am meisten wundert:
Nicht die noch älteren als ich, sondern die Jungen sind für mehr Gesundheits-Forschung, für ewige Jugend/Leben.
Die meisten haben sich mit Krankheit, Leid, Tod längst abgefunden, empfinden dies als normal, so unnormal das auch ist.

Bei den Piraten hatte ich schon die Idee: Alle Abgeordneten sollten unter 30 sein und vor Neue Ideen sprudeln, nur so kommen wir weiter. Die haben darüber nur gelacht! (Die Piraten wurden dann von alten Staatsbeamten auf die alte Spur gebracht und damit versenkt!)

Ein Staat der nur von unter 30 jährigen regiert wird, wäre super - auch wenn das die meisten weil es Neu ist ablehnen werden, mit Argumenten die haben keine Lebenserfahrung ec.
Aber das Hauptargument dafür: Unter 30 jährige sind neuen Ideen aufgeschlossen, die Ü30 zu abgestumpft, desillusioniert.

Für junge Leute ist vieles unverständlich was früher normal war und warum sich die heutigen Alten wo sie jung waren nicht dagegen aufgelehnt haben.
Zudem fehlt uns viel, was junge heute im FF beherrschen - wie englisch, damit hapert es bei mir total, in der Schule mussten wir uns mit russisch im Osten abquälen. Darum kann ich nur hier im deutschen Forum schreiben…

Ich hoffe auch in meinen Sinn/INteressen und allen Ü30 jährigen das Ihr Euch durchsetzt und wünsche viel Erfolg!


(Michael Hrenka) #3

Deine Botschaften erscheinen mir widersprüchlich. Er erscheint mir, als würdest du hier eine (aus meiner Sicht unangemessene) Grenze zwischen U30 und Ü30 ziehen wollen. Dabei ist aus meiner Sicht das Alter gar nicht der springende Punkt, sondern die Offenheit für Neues.


#4

das ist schlimm. ich finde deine idee gut, auch wenn ich dann selber nicht mehr dabei wäre, doch vermutlich war diese idee auch schon ein zu harter mindfuck für die meisten. aber was ist mit den jungen leuten, die sich dann von den alten “auf die alte spur” bringen lassen? es wird wohl kaum frischen wind bringen, wenn junge regieren, die auch bloß veraltete meme in ihren köpfen haben, wie beispielsweise den glauben, dass man etwas für die gesellschaft leisten muß, um leben zu dürfen. ein gedanke, der immer noch das bedingungslose grundeinkommen blockiert und der so löchrig und wackelig und unreflektiert ist, dass er schon ein dogma sein muß, um so lange zu überdauern. wir alle sind damit aufgewachsen und gerade junge menschen stehen unter dem hohen druck des scheinbaren leistungsprinzips. wie würden sie es aufnehmen, wenn eine innovative idee dazu führen würde, dass alle noten und leistungsbewertungen abgeschafft werden ? hätten da nicht auch junge leute den impuls, das alte, dem sie sich unter großen anstrengungen und entbehrungen längst angepasst haben, erhalten zu wollen?


(Michael Hrenka) #5

Mir scheint, dass dies ein Glauben ist, der in Zeiten des Mangels berechtigt ist, in Zeiten des Überflusses aber unpassend ist. Würden die Menschen plötzlich mit gigantischen wirtschaftlichen Problemen und Hungersnöten zu kämpfen haben, wer würde in dieser Situation überleben, wenn das Überleben von allen selbst unter optimalen Kooperationsbedingungen nicht gesichert werden kann?

Steckt hinter diesem Glauben nicht vielleicht die Befüchtung, dass die nächste große Krise kurz bevorstehen könnte, und dann nur noch das sozialdarwinistische Überleben des Angepasstesten zählt? Hat dieser Glauben in diesem Fall nicht tatsächlich eine Berechtigung?

Selbst wenn alle formellen Leistungsbewertungen abgeschafft werden würden, würde das noch lange nicht heißen, dass die Menschen damit aufhören die Leistungen anderer zu bewerten! Das menschliche Gehirn ist viel leistungsfähigker als formelle Bewertungssysteme!


#6

plausibel.

wenn die krise selbst bloß durch die dynamik des glaubens ausgelöst werden sollte, also dieser glauben selbst mangel verursacht, obschon noch überfluß vorhanden ist, dann wäre das nicht nur fatal sondern ausgesprochen dumm. --> artificial scarcity ( was ist mit arbeitsplätzen? auch eine form der künstlichen knappheit?)
vielleicht genauso dumm, wie antibiotika nehmen, wenn man gesund ist; davon wird man dann garantiert krank.

dann wäre die frage : “werten wofür?” bzw. leistungen wofür? "ich habe heute brillant gelebt und gebe mir selbst ein “sehr gut”…im vergleich zu dir, deine lebensleistung heute war bloß “gut”???
was für einen sinn macht es, leistungen zu bewerten, wenn kein mangel herrscht?


(Michael Hrenka) #7

Guter Punkt! Aber irgendwie wird die Situation dadurch viel komplizierter. Einerseits kann die Vermutung des Eintretens einer Krise zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung werden. Andererseits ist es auch nachlässig sich gar nicht auf eine eventuelle Krise vorzubereiten. Es ist schwer zu sagen, wie man in einer solchen Situation zu einer rationalen Entscheidung gelangen soll. Allein das Denken in Wahrscheinlichkeiten kann das Endergebnis durch Rückkopplungseffekte (bis hin zum Schmetterlingseffekt) beeinflussen. Je mehr ich davon überzeugt bin, dass eine Krise kommt, desto eher werden andere dies merken, und sich dementsprechend auch auf die Krise vorbereiten – oder gar im Gegenteil auf Ganze setzen und hoffen, dass die Krise nicht kommt, um ihre Chancen für den Fall zu maximieren, dass die Krise nicht eintritt.

Puh, die ganze Situation scheint ein Gordischer Knoten zu sein. Wie schneiden wir den Knoten am besten durch?

Es herrscht immer in Mangel an irgendetwas. Zum Beispiel Zeit und Aufmerksamkeit.


(Steffen Hannemann) #8

Wenn man die Waehler der konservativen Parteien anschaut, dann sind diese meist ueber 50. So die Waehler der AfD maennlich und 50 plus.
Ich komme mit vielen aus Deutschland ins Gespraech und unter 30 jaehrige sind neuen Ideen (Transhumanismus) einfach viel aufgeschlossener, die UE50 blocken da total ab. Liegt vielleicht daran das diese aelteren zu oft enttaeucht wurden.
Natuerlich kann man da nicht veralgemeinern denn auch Raymond Kurzweil ist ueber 50, aber eben jung geblieben :wink:
Das geht den meisten alten einfach ab, zu bequem, zu viel Angst das erreichte zu verlieren = keine Experimente.
Leider. Darum sollten wir vor allem die jungen Leute ansprechen. Darum hat es doch diesen Vorschlag oder?


(Steffen Hannemann) #9

Das Abschaffen des Leistungsdrucks kaeme vornehmlich den Jungen zugute. Es hat dafuer viele Initiativen wie Du diese mit Abschaffung der Schulnoten und dem BGE schon aufgezeigt hast.
Es sind natuelich nicht nur die Alten die sich gegen jede Neuerung stemmen, sondern leider auch junge Menschen, welche meinen vom Leistungsdruck zu profitieren und sich dadurch sich fuer die Beibehaltung aussprechen.

Will man wirklich etwas total Neues wie die Ideen des Transhumanismus umsetzen, dann reicht es nicht nur aufzuklaeren mit Argumenten und die Umstellung des eigenen Lebens als Beispiel.

Man muss eine Gegenlobby schaffen, die notwenige Aenderungen in der Politik durchdrueckt, wie es die Gruenen bei EE geschafft haben. Denn die Lobbys der alten Meme setzen genau so neue Gesetze durch. Als Beispiel die Einfuehrung des Zwangs zur GEZ RadioTV im Jahr 2013. Beispiel 2: Der Zwang zur Krankenkasse im Jahr 2007 mit rueckwirkenden Beitraegen von 640 Euro pro Monat, was man zwar 2013 entschaerft hat, durch Verminderung auf “nur” noch 160 Euro, aber was dennoch dazu gefuehrt hat, dass heute fast 1 Million ganz ohne Krankenkasse sind.

Also wenn die Alten derartige fiese Mittel einsetzen, nur zur Machterhaltung und Besitztstandbewahrung dann sollten wir mit gleichen Mitteln zurueckschlagen. Anders wird es keine Veraenderung, Verbesserung geben!


#10
  1. möglichkeit: wir berechnen es.
    es sollte mit den heutigen datensammel- und verarbeitungsmöglichkeiten machbar sein, zu berechnen, ob die menschen dieses planeten mit den vorhandenen mitteln ( technik, ressourcen, wissen…) versorgt werden können. ich habe von klein auf das mem an den kopf geknallt bekommen, dass ich mich glücklich schätzen sollte, in einem wohlhabenden land aufgewachsen zu sein, denn anderen menschen ginge es viel schlechter. dieses mem ist interessanter weise im schulunterricht gepimpt worden mit der these “uns geht es nur so gut, weil es den anderen schlecht geht” ; soweit so aufrichtig. nur dass ich immer wieder zu hören bekam, dass das unvermeidlich sei. wir könnten nicht teilen und die welt ausgleichen, dann wären alle arm. hab ich nie geglaubt. und zum glück sehen viele das mittlerweile genauso. aber darum braucht man eigentlich gar nicht streiten, wenn man es berechnet hat. wenn dann rauskommt, dass mit vorhandenen ressourcen alle menschen gut leben könnten, muß auch niemand angst vor einer krise haben und schon gar nicht vor mangel ( wahrscheinlich wird es genauso sein, wie mit dem BGE: ständig wurde geunkt, es sei unbezahlbar, bis es leute einfach mal ausgerechnet haben und es sich sogar als billiger erwies, als alte systeme). jegliche form von mangel muß dann als menschengemachter fehler ( ob bewußt und absichtlich oder auch nicht) erkannt werden und auch auf dieser ebene gelöst werden.
  2. möglichkeit: aufhören, angst zu haben.
    die reichen kapitalisten können mal zuerst damit beginnen, denn sie lösen ständig angst und krisen und mangel aus mit dem leistungsdruck unter dem sie stehen und ihrem fatalen wettbewerbswahn. so gordisch ist der knoten möglicherweise eben gar nicht. vielleicht ist es ein teufelskreis: die angst verursacht krisen und krisen schüren die angst. so unlösbar teufelskreise scheinen, man muß nur ein einziges element entfernen, um ihn zusammenbrechen zu lassen. und kombiniert mit möglichkeit nr. 1 und der aufklärung, dass niemand angst vor mangel und krisen haben muß, weil der mensch mittlerweile fortschrittlich und erfinderisch genug ist, um allen menschen ein gutes leben zu ermöglichen, könnte die angst sehr schnell verschwinden und wenn nicht, sodenn eben bald aussterben. das BGE kann dazu ein wichtiger beitrag sein ( es entfernt das element der krise und der existenzangst), wenn alles richtig gemacht wird und nicht ein faules und kaputtes mem mit der auszahlung transportiert wird : “denke daran, du bist von unserem wohl und wehe abhängig und du bekommst nur so viel, dass du genug druck verspürst und dich brav zur ergänzenden lohnarbeit zwingen lässt” --> würde das BGE noch schlimmer machen, als hartz4. daher ist es so wichtig, dass es auch echt bedingungslos ist und hoch genug!

richtig. darauf wollte ich hinaus mit:[quote=“zanthia, post:4, topic:713”]
wir alle sind damit aufgewachsen und gerade junge menschen stehen unter dem hohen druck des scheinbaren leistungsprinzips. wie würden sie es aufnehmen, wenn eine innovative idee dazu führen würde, dass alle noten und leistungsbewertungen abgeschafft werden ? hätten da nicht auch junge leute den impuls, das alte, dem sie sich unter großen anstrengungen und entbehrungen längst angepasst haben, erhalten zu wollen?
[/quote]
also schwerpunkt sind für mich alte meme; und die sind nicht zuverlässig ausschließlich in alten köpfen zu finden. es gibt ältere menschen mit jungen memen im kopf und junge menschen mit alten. du hast selber beispiele genannt.

vielleicht. nur gerade in bezug auf meme würde ich aufklärung und modelle ( durch menschen, die anders leben und somit vorbildfunktion haben können) nicht allzu gering schätzen.


#11

#12

Meine Gedanken dazu:

Ich ziehe es vor nicht von Memen sprechen, sondern von Glaubenssätzen. Denn während Meme für mich bloß isolierte Datenblöcke sind, kann man aus Glaubenssätzen logische Folgerungen ableiten.

Habe ich also das Mem “es geht mir gut weil es anderen schlecht geht” ist das für mich nur eine Redensart, die häufig wiederholt wird, wie eine bestimmte Modeerscheinung.

Wenn dies allerdings ein Glaubenssatz ist ist die logische Konsequenz für mich natürlich “ich sorge dafür, dass es anderen auch weiterhin schlecht geht”.

Um einen solche Glaubenssatz zu überwinden muß man erstmal darauf stoßen, dass er existiert und nicht selbstverständlich die WIrklichkeit beschreibt.

Mein Ansatz wäre der folgende: In dem die Generation Y (das sind wir) dafür sorgt, dass neue dezentrale Strukturen entstehen, wie zum Beispiel Bitcoin, wird den Alten digitalen Analphabeten Stück für Stück die Macht entzogen. Sie können die neuen Strukturen nur mit Dolmetschern verstehen und werden so Stück für Stück aus der neuen Realität gedrängt.

Ihre Glaubenssätze funktionieren in den neuen Strukturen nämlich im Idealfall nicht.


#13

dies ist ein optimistischer gedanke, doch so lange die alten mehr geld haben und die jungen als dolmetscher bezahlen können, können sie wohl genug inkompetenz kompensieren. vielleicht müssten wir die jungen auffordern, sich nicht mehr instrumentalisieren zu lassen…


#14

ich denke es ist der einzige realistische Weg den ich zur Zeit sehe.

Den Menschen umzuerziehen war ja die Idee des Sozialismus und hat nur bedingt funktioniert. Ich denke neue Strukturen zu schaffen ist ein guter Anfang, will man eine neue Gesellschaft.

Den neue Strukturen fordern ein neues Verhalten.

Klar Milliardäre können sich alle Experten einkaufen die sie wollen, dennoch können sie nicht verhindern, dass Dinge wie Opensource sich Stück für Stück ausbreiten.

Und wenn die Strukturen komplex genug werden, durchschaut auch kein Expertenteam der Welt mehr alles.


#15

Also ich bin sowohl kalendarisch, biologisch als auch mental noch sehr jung.

Das Problem ist, dass viele Menschen im Alter nichts neues mehr entdecken oder etwas ändern, sondern lieber das bisherige belassen und erhalten wollen. Dadurch wird Fortschritt verhindert.